Geschichte

Wir über uns

In jedem Kasseler Stadtteil bestehen die alten Ortsteilfriedhöfe weiter und wurden teilweise durch neue Friedhöfe ergänzt. So können Bestattungen nah am Wohnort durchgeführt werden. Besonders für ältere Menschen ist es wichtig, den Friedhof auf kurzem Weg zu erreichen. Da Friedhöfe vielerorts auch die Funktion eines Stadtparks erfüllen, sind sie für viele Menschen Orte der Begegnung und Kommunikation.

Der Friedhof im Stadtteil Wehlheiden ist einer der größten und ältesten Stadtteilfriedhöfe in Kassel und wurde bereits im Jahr 1833 in Betrieb genommen. Er ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Südlich der Sternbergstraße liegt der sogenannte neue Teil des Friedhofes, während der alte Teil sich an der Friedenstraße befindet. Dort ist auch die im Fachwerkstil errichtete Friedhofskapelle zu finden, deren Eröffnung leider nicht überliefert ist. Der Kapellenraum hat eine Kapazität von 60 Sitzplätzen. Am Eingang Friedenstraße befindet sich ein Sandsteindenkmal mit der Inschrift „Dieser Gottesacker wurde angelegt unter dem zeitigem Greben Nicolaus Kersten und eingeweiht von den Pfarrer Gottfried Fenner am 03. April 1833.“

Der Hauptfriedhof in der Nordstadt löste den sogenannten „Altstädter Friedhof“ im Sommer 1843 ab. Aufgrund des Bevölkerungsanstiegs und der begrenzten Kapazitäten des bestehenden Friedhofs am heutigen Lutherplatz musste vor dem Holländischen Tor, damalige Stadtgrenze, ein neuer Friedhof angelegt werden. Zunächst wurden nur zwölf Abteilungen angelegt, die bis heute noch im sogenannten „alten Teil“ des Hauptfriedhofs anhand der geometrischen Wegeachsen und Baumalleen erkennbar sind. Mit der Eröffnung des Hauptfriedhofs wurde auch das sandsteingemauerte Mausoleum mit unterirdischen Grüften in Betrieb genommen. Am alten Eingang, dort wo sich heute ein Blumenladen und ein Steinmetzbetrieb befinden, stand bis zum Jahr 1950 die alte Friedhofskapelle. Aufgrund starker Beschädigungen durch einen Bombenangriff im Oktober 1943 musste sie abgerissen werden, ein Wiederaufbau an gleicher Stelle war nicht möglich. Aufgrund der verschiedenen Friedhofserweiterungen in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg war es notwendig, eine neue Friedhofskapelle mit Leichenhallen, Krematorium, Werkstätten und Verwaltungsgebäuden am Ende der Karolinenstraße zu errichten. Diese Gebäude wurden im Jahr 1926 in Betrieb genommen und ebenfalls im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen zerstört. In den 50er Jahren wurden schließlich auf den alten Grundmauern die heutigen Friedhofsgebäude neu errichtet.

Der Friedhof Niederzwehren liegt an der Wartekuppe und wurde im Jahr 1850 errichtet. Die Kapelle des Friedhofs wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Familie Credè gestiftet und hat eine Kapazität von 90 Sitzplätzen.

Im Stadtteil Wolfsanger wurde der Friedhof im Jahr 1858 oberhalb des alten Dorfkerns errichtet. Durch einen rampenartigen Weg wurden der alte und neue Friedhofsteil verbunden. Die Friedhofs­kapelle wurde aus Sandsteinbruchsteinen errichtet.

In Kirchditmold wurde der Friedhof um das Jahr 1860 unterhalb der Kirche am Südhang eines Kalksteinrückens errichtet und ist durch seine Lage, bedingt durch den Blick in Richtung Herkules und Habichtswald, einer der schönsten Friedhöfe in Kassel. Die Friedhofskapelle mit ihrer runden Form und einem kegelförmigen Schieferdach steht unter Denkmalschutz.

Am Südhang des Rammelsbergs liegt der Friedhof in Wahlershausen, der im Jahr 1865 eröffnet wurde. Die Friedhofskapelle liegt am höchsten Punkt des Friedhofes und wurde erst im Jahr 1920 erbaut.

1871 wurde der Friedhof Rothenditmold in Betrieb genommen. Die Friedhofskapelle wurde in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wieder neu aufgebaut und hat eine Kapazität von 60 Plätzen. Aufgrund der starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg musste gegenüber der Friedhofskapelle das Gräberfeld für Bombenopfer mit 1.600 Toten angelegt werden. Heute befinden sich eine Kirche und eine Schule in direkter Nachbarschaft des Friedhofs.

Im Jahr 1880 wurde der Friedhof in Waldau eingerichtet. Die alte Friedhofskapelle stammt aus dem Jahr 1900 und wurde bis November 1991 genutzt. Die alte Kapelle wurde abgerissen und im gleichen Jahr durch eine neue Friedhofskapelle, in der 90 Sitzplätze vorhanden sind, ersetzt.

Der Bettenhäuser Friedhof wurde 1883 am heutigen Standort im Fasanenweg gegenüber dem Jüdischen Friedhof eröffnet. Die neue Friedhofskapelle mit 96 Sitzplätzen wurde im Jahr 1962 erbaut.

Die kleinsten Friedhöfe in Kassel sind die beiden Friedhöfe der Stadtteile Oberzwehren und Nordshausen, die in der Zeit von 1880 bis 1890 angelegt bzw. in Betrieb genommen wurden. Die Friedhofskapellen wurden erst nach dem Ersten Weltkrieg erbaut.

Als letzter der sogenannten alten Friedhöfe wurde der Friedhof im Stadtteil Harleshausen im Jahr 1911 in Betrieb genommen. Aus dieser Zeit stammt auch die „Alte Friedhofskapelle“ am Stockweg, die durch einen gemeinnützigen Verein aufwendig restauriert wurde und heute für Veranstaltungen, wie z. B. Trauerkaffees, durch den Verein genutzt wird. Durch das Engagement des Vereins konnte die alte, denkmalgeschützte Friedhofskapelle erhalten bleiben. Im Jahr 1980 wurde eine neue Friedhofskapelle mit Büro und Wirtschaftsgebäude durch die Friedhofsverwaltung an der Wegmannstraße errichtet.

Die jüngsten Friedhöfe sind der Westfriedhof – Einweihung im Sommer 1970 – und der Nordfriedhof – Einweihung im Sommer 1984 –, die aufgrund mangelnder Kapazitäten der übrigen Stadtteilfriedhöfe errichtet werden mussten.


Chronik:

1833……………… Friedhof Wehlheiden
1843……………… Hauptfriedhof
1850……………… Niederzwehren
1858……………… Wolfsanger
1860……………… Kirchditmold
1865……………… Wahlershausen
1871……………… Rothenditmold
1880……………… Waldau
1883……………… Bettenhausen
1889……………… Oberzwehren
1880 bis 1890….. Nordshausen
1911……………… Harleshausen
1970……………… Westfriedhof
1984……………… Nordfriedhof