Stiftung Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur (Hg.)

Neuerscheinung des Buches:
Stadtgeschichte in Lebensgeschichten 
Die Ehrengräber der Stadt Kassel
Biografien - Portraits - Grabstätten

Etwa hundert Jahre ist es her, dass man in Kassel damit begann, besonders verdiente Bürgerinnen und Bürger dadurch auszuzeichnen, dass man ihrem Grab die Würde des Ehrengrabes verlieh. Bis zum heutigen Tage wurden 63 Gräber zu Ehrengräbern, die von der Stadt erhalten und gepflegt werden. Sie befinden sich auf neun verschiedenen Friedhöfen, die meisten auf dem Hauptfriedhof. Die auf diese Weise ausgezeichneten Personen haben sich in ganz unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern hervorgetan - nur beispielhaft seien die Bereiche Kunst, Musik, Architektur, unternehmerisches Handeln und der Einsatz für das Bildungswesen genannt. An den Ehrungen wird deutlich, dass sich Stadtgeschichte und Geschichte aus einem breit gefächerten Gemeinwesen  und der Geschichte einzelner Personen und Persönlichkeiten zusammensetzt. Daran möchte ein nun - anlässlich des Stadtjubiläums - vorliegendes Buch über die Kasseler Ehrengräber erinnern, das in dieser Veranstaltung vorgestellt werden soll. Es möchte mit ausgewählten Rundgängen, Plänen, Fotos und Texten zu den Ehrengrabinhabern anregen,  eben jenen Gräbern einen Besuch abzustatten. Zugleich möchte es Anreiz geben, dabei den Blick auch über die ausgewählten Gräber hinaus schweifen zu lassen, wohl wissend, dass die Ehrengräber in gewisser Weise auch stellvertretend stehen für viele andere Bürger, die sich privat und öffentlich ebenfalls engagiert haben.

Info und Bestellung über www.sepulkralmuseum.de

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EHRENGRÄBER

Ehrengräber sind Grabstätten, die durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung als solche anerkannt wurden. Die Kriterien zur Anerkennung eines Grabes als Ehrengrab sind der Friedhofsverwaltung nicht bekannt und deshalb bei der Stadtverwaltung zu erfragen.
Die Gräber werden von der Stadt, zuständig ist das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel, der Friedhofsverwaltung zur Pflege der Grünbepflanzung übertragen. Den Rahmen und Umfang der Pflegearbeiten legt die Stadt Kassel fest. Die Stadt zahlt diese Grabpflegekosten. Sollten Grabmale erneuert werden, dann werden die Reparaturkosten, die konservatorische Behandlung oder die Erneuerung des Denksteines nach Priorität ebenfalls von der Stadt Kassel getragen.

In Ehrengräbern sind Menschen bestattet, die für die Stadt auf den verschiedensten Gebieten eine größere Bedeutung hatten, zum Beispiel Politiker, Künstler, Erfinder, Fabrikanten und ähnliche Personen.

Gesamtaufstellung aller Ehrengräber auf Kasseler Friedhöfen

Neben diesen Gräbern gibt es auch noch einige Ehrengrabstätten auf dem früheren Altstädter Friedhof – heutiger Lutherplatz. Diese Gräber werden direkt vom Umwelt- und Gartenamt gepflegt.

Eine Gesamtaufstellung der Ehrengräber der Stadt Kassel, sowie Informationen zu den einzelnen dort bestatteten Personen finden Sie im Anhang nach den Bildern, auf der Seite unter diesem Text. 
Die Datenbank über das Leben und Wirken  der Verstorbenen ist noch im Aufbau!

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Hauptfriedhof, Abt. 1, Nr. 48, "Nebeltau"   Hauptfriedhof, Abt. 1 Nr. 214, "Preser"
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Hauptfriedhof, Abt. 2, Nr. 67, "Bromeis"   Hauptfriedhof, Abt. 2, Nr. 80, "Hassenpflug"
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Hauptfriedhof, Abt. 4, Nr. 16, "Grimm"   Hauptfriedhof, Abt. 4, Nr. 40, "Bernhardi"
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Hauptfriedhof, Abt.5 Nr. 16 "Salzmann"
  Hauptfriedhof, Abt.5, Nr. 146, "Brandau"
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Hauptfriedhof, Abt. 5, Nr. 301, "Kaupert"   Hauptfriedhof, Abt. 6 Nr. 83, "Henschel"
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Hauptfriedhof, Abt. 6, Nr. 282, "Knipping"   Hauptfriedhof, Abt. 6 Nr. 298, "Catta"
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Hauptfriedhof, Abt. 8, Nr. 34, "Henkel"   Hauptfriedhof, Abt. 10 Nr. "1 "Hartwig"
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Hauptfriedhof, Abt. 10, Nr. 18, "Winkelblech"   Hauptfriedhof, Abt. 11 Nr. 2, "Schröder"
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Hauptfriedhof, Abt. 11, Nr. 170, "Herbold"   Hauptfriedhof, Abt. 11 Nr. 186, "Landau"
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Hauptfriedhof, Abt. 11, Nr. 254, "Fürstin von Hanau"   Hauptfriedhof, Abt. 11 Nr. 263, "von Möller"
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Hauptfriedhof, Abt. 11, Nr. 336, "Scheidemann"   Hauptfriedhof, Abt. 12 Nr. 2, "Dr. Mangold"
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Hauptfriedhof, Abt. 13, Nr. 94, "Altmüller"   Hauptfriedhof, Abt. 14 Nr. 154, "Förster"
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Hauptfriedhof, Abt. 14, Nr. 376, "Schnabrich"   Hauptfriedhof, Abt. 15 Nr. 1329, "Seidel"
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Hauptfriedhof, Abt. 17, Nr. 339, "Faust"   Hauptfriedhof, Abt. 21 Nr. 134, "Prof.Arnold Bode"
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Hauptfriedhof, Abt. 31, Nr. 309, "Dr.Karl Branner"   Hauptfriedhof, Abt. 44 Nr. 27, "Kniest"
Ehrengrab - Großansicht - Klick!   Das Grab von Louis Spohr befindet sich in einer der elf Grüfte des Mausoleums, das in Verbindung mit dem ersten Bauabschnitt des Hauptfriedhofs entstand. In der Ausgestaltung der oberirdischen Grabarchitektur ist der neuromanische Stil des Mausoleums fortgeführt. Ein in die Rückwand vertieft eingelassener Torbogen erzeugt den Eindruck einer Scheintür. Vor der Rückwand trägt ein dreistufiger Sockel aus Marmor eine schmalwandige Stele aus Sandstein mit einem Bogen als oberem Abschluß. Für Louis Spohr ist ein Gedenktext in Goldschrift inmitten eines als Relief  gearbeiteten Loorbeerkranzes ausgeführt.Zu den Seiten des Grabsteins stehen zwei etwa 1,20m hohe Säulen aus Sandstein mit jeweils einem Gefäß als oberem Abschluß.
Hauptfriedhof, Mausoleum, "Louis Spohr"  
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Israelitischer Friedhof, Abt. 6, Nr. 53, "Mayer/Bär"   Israelitischer Friedhof, Abt. 10 Nr. 64/65, "Nussbaum"
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Friedhof Harleshausen, Abt. 9, Nr. 151, "Prof.Sautter"   Friedhof Kirchditmold, Abt. 4 Nr. 56, "Stadler"
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Friedhof Niederzwehren, Abt. 4, Nr. 38, "Selbert"   Friedhof Niederzwehren, Abt. 9 Nr. 31, "Massie"
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Friedhof Wahlershausen, Abt. 3, Nr. 81, "Häring"   Friedhof Wahlershausen, Abt. 4 Nr. 2, "Wimmer"
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Friedhof Wahlershausen, Abt. 4, Nr. 8, "Henkel/Wirtz"   Friedhof Wahlershausen, Abt. 4 Nr. 34, "Laugs"
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Friedhof Wehlheiden, Abt. 6, Nr. 16, "Rexerodt"   Friedhof Wehlheiden, Abt. 2 Nr. 88, "Treller"
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Friedhof Wehlheiden, Abt. 5, Nr. 128, "Nagel"   Friedhof Wehlheiden, Abt. 10 Nr. 92, "Speck"
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Friedhof Wehlheiden, Abt. 11, Nr. 6, "Mohr"   Friedhof Wehlheiden, Abt. 16 Nr. 10, "Fennel"






Gesamtaufstellung und Beschreibungen der Kasseler Ehrengräber,  getrennt nach Friedhöfen - 
Stadtteil


Abt.: Nr.: Name:
     
Hauptfriedhof
1 48 Nebeltau
1 214 Preser
2 67 Bromeis
2 80 Hassenpflug


4 16 Grimm
4 40 Bernhardi
5 16 Salzmann
5 146 Brandau
5 301 Kaupert
6 83 Henschel
6 282 Knipping
6 298 Catta
7 38 Jordan
7 138 Everding
7 327 v. Kästner
8 34 Henkel
10 1 Hartwig
10 18 Winkelblech
11 2 Schröder
11 170 Herbold
11 186 Landau
11 254 Fürstin v. Hanau
11 263 von Möller
11 336 Scheidemann
12 2 Dr. Mangold
13 75 Bähr
13 94 Altmüller
13 101 Henkel
14 154 Förster
14 376 Schnabrich
15 1329 Seidel
17 339 Faust
21 134 Prof. Arnold Bode
31 309 Dr. Karl Branner
44 27 Kniest
Mausoleum   Spohr
     
     
Israelitischer Friedhof    
     
6 53 Mayer/Bär
10 64/65 Nussbaum
     
Friedhof Harleshausen    
     
9 151 Sauter, Prof. Joh.
     
     
Friedhof Kirchditmold    
     
4 56 Stadler
     
     
Friedhof Niederzwehren    
     
4 38 Selbert
9 31 Massie
     
     
Friedhof Wahlershausen    
     
3 81 Häring
4 2 Wimmer
4 8 Henkel/Wirtz
4 34 Laugs
     
     
Friedhof Wehlheiden    
     
6 16 Rexerodt
2 88 Treller
5 128 Nagel
10 92 Speck
11 6 Mohr
16 10 Fennel

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Altmüller, Karl

geb.    01.01.1833 Hersfeld
gest.    23.09.1880 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 13 Nr. 94

Ursprünglich Jurist, seit 1871 Bibliothekar an der Murhard-Bibliothek in Kassel. Auch als Dichter und Schriftsteller hervorgetreten. Sein Hessenlied: „Ich weiß ein teuerwertes Land“ (vertont von J. Lewalter).

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Bähr, Otto

geb.    02.06.1817 Fulda
gest.    17.02.1895 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 13 Nr. 75

Oberappellationsgerichtsrat in Kassel, nach 1866 Obertribunalrat in Berlin, Reichsgerichtsrat in Leipzig.

Nationalliberales Mitglied des Deutschen Reichstages 1867 – 1881.

Politisch wissenschaftlicher Schriftsteller: „Eine deutsche Stadt vor 60 Jahren“, „Das frühere Kurhessen“.

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Bernhardi, Karl

geb.    05.10.1799 Ottrau
gest.    01.08.1874 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 4 Nr. 40

1819 – 1830 Bibliothekar der Universitätsbibliothek in Löwen, 1830 Bibliothekar der Landesbibliothek in Kassel.

Liberaler Politiker; Herausgeber der ersten liberalen Zeitung in Kassel „Der Verfassungsfreund“.

Mitglied der Kurhessischen Stände, des Frankfurter Parlaments, des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Norddeutschen Reichstages.

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Bode, Arnold, Prof.

geb.    23.12.1900
gest.    03.10.1977
Hauptfriedhof Abt. 21 Nr. 134

Gründer der Documenta in 1955
Ausstellungsmacher, Inszenator, Kunstmaler

Studium der Malerei in Kassel, progressiver Maler und Kunsterzieher, Lehrtätigkeit in Berlin, bereits in den 20er Jahren Künstler und Ausstellungsmacher. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört er zu den Wiederbegründern der Kasseler (Werk-) Akademie. Fasste den Plan zu einer internationalen Ausstellung der Gegenwartskunst in Kassel: die erste Documenta in 1955.

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Brandau, Karl

geb.    12.03.1849 Kassel
gest.    19.10.1917 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 5 Nr. 146

Erbauer zahlreicher Tunnel, besonders des Simplon Tunnels/Schweiz (1898 – 1906).

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Branner, Karl, Dr.

geb. 11.09.1910 Kassel
gest 17.10.1997 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 31 Nr. 309

Seit 1952 Stadtverordneter, 1954 Dezernent für Wirtschaft und Verkehr, 1957 Bürgermeister und von 1963 bis 1975 Oberbürgermeister der Stadt Kassel. Ehrenoberbürgermeister.

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Bromeis, Johann Conrad

geb.    1788
gest.    1855
Hauptfriedhof Abt. 2 Nr. 67 (64?)

Kurfürstlicher Oberbaudirektor.
Vollbrachte 1824 bautechnische Höchstleistung in Wilhelmshöhe. Das Kavalierhaus wurde auf Holzstämmen rund 20 Meter zurückverlegt, wie die neu erstellte Häuserfront des Wilhelmshöher Marstall es verlangte. Heute ist dieses Gebäude der Sitz der staatlichen Gartenverwaltung Wilhelmshöhe.

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Catta, Friedrich

geb.    11.11.1886 Wiesbaden
gest.    17.09.1968
Hauptfriedhof Abt. 6 Nr. 298

Bauingenieur, freischaffender Architekt.
Wohnsiedlungen, öffentliche Gebäude, Schulen und Industrieanlagen entstanden nach den Plänen von ihm und seinem Kollegen Otto Groth.
Im Jahre 1946 baute er mit seinen Freunden den Kreisverband Kassel der FDP auf.
Zwölf Jahre gehörte er dem Hessischen Landtag an.

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Everding, Hans

geb.    17.10.1876 Gelsenkirchen
gest.    17.12.1914 (18.12.1914?) Kassel
Hauptfriedhof Abt. 7 Nr. 138

Bildhauer, ausgebildet an der Kunstakademie Kassel.
Werke: Mitarbeit am Denkmal vor dem Landesmuseum, sog. „Wimmeldenkmal“ jetzt Fürstenpark/garten 1890; Relief des Hofgartendirektors Hentze auf Siebenbergen; Denkmal des Landgrafen Philipp (Martinsplatz) 1899; Papin-Brunnen 1906; Relief in der Lenoir-Stiftung in Fürstenhagen; Henschel-Brunnen vor dem Kasseler Rathaus.
Neue Grabplatte in 2003 durch die Stadt Kassel, da die alte in mehrere Teile zerbrochen war.

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Faust, Heinrich

geb.    06.10.1843 Reinsdorf, Grafschaft Schaumburg
gest.    03.01.1894 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 17 Nr. 339

Maler; Werke unter dem Einfluss Makarts (Markarts?) und Bäcklings. Bild der Eheleute Christian Reul in der städtischen Galerie.

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Fennel, Friedrich

geb.    12.08.1872 Kassel
gest.   15.02.1926 Kassel
Wehlheiden Abt. 16 Nr. 10

Landschaftsmaler im impressionistischen Stil. Er schuf zahlreiche Bilder in Öl, Aquarelle sowie Zeichnung und Grafiken. Seine Bilder zeichnen sich durch zarte Frische und flimmernde Helligkeit aus und nehmen einen besonderen Platz in der Kasseler Malerei zu Beginn des 20. Jahrhundert ein. Unter den Motiven sind besonders häufig Kassel und seine Umgebung sowie nordhessische Landschaften und Bauwerke zu finden.

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Förster, Auguste

geb.    07.12.1848
gest.    03.10.1926
Hauptfriedhof Abt. 14 Nr. 154

Schon vor dem 1. Weltkrieg Vorsitzende des Frauenbildungsvereins. Gründering des Verbandes Kassler Frauenvereine.
Ihren Namen trägt heute die Sozialpädagogische Fachschule für Kinderpflegerinnen und Heimerzieherinnen der Stadt Kassel.

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Grimm, Ludwig Emil

geb.    14.03.1790 Steinau
gest.    04.04.1863 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 4 Nr. 16

Der „Malerbruder“ der bekannten Brüder Grimm.
Maler und Radierer an der Kasseler Kunstakademie.

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Fürstin von Hanau, Gertrude

geb. Falkenstein
geb.    18.05.1806 Bonn
gest.    09.07.1882 Prag
Hauptfriedhof Abt. 11 Nr. 254

Gemahlin des letzten Kurfürsten von Hessen, Friedrich Wilhelm I, dessen Grabstätte sich auf dem Lutherplatz befindet.

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Häring, Georg

geb.     05.03.1885
gest.    27.08.1973
Wahlershausen Abt. 3 Nr. 81

Warmherziger Anwalt der sozialen Aufgaben, widmete sein Leben der kommunalen Selbstverwaltung. Er gehörte zu den bekanntesten und verdientesten hessischen Sozial- und Kommunalpolitikern. 1945 – 1953 Hessischer Landwirtschaftsminister. 1952 – 1953 Direktor des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.

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Hartwig, Heinrich Wilhelm

geb.     22.09.1792 Hofgeismar
gest.    01.03.1863 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 10 Nr. 1

Mitglied des Kurhessischen Landtages; 06.03.1848 Oberbürgermeister der Stadt Kassel.
Als liberaler Politiker in den Verfassungskämpfen der 30er und 50er Jahre des
19. Jahrhunderts hervorgetreten.

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Hassenpflug, Karl

geb.     05.01.1824 (03.01.1824?) Kassel
gest.    18.02.1890 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 2 Nr. 80

Bildhauer und seit 1868 Professor an der Akademie für bildende Künste Kassel.

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Henkel, Heinrich

geb.    09.01.1801 Schmalkalden
gest.    26.06.1873 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 13 Nr. 101

Rechtsanwalt in Kirchhain, später Obergerichtsanwalt in Kassel.
Mitglied der Kurhessischen Stände und des Parlaments der Paulskirche; liberaler Politiker.

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Henkel, Ludwig

geb.    27.03.1815 Lüderbach
gest.    28.10.1853 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 8 Nr. 34

Ehemaliger Offizier, 1850 zweiter Bürgermeister der Stadt Kassel. Während der Verfassungskämpfe 1850 auch als liberaler Politiker hervorgetreten.

Leiter der Feuerwehr. Verunglückte beim Brand des Engelhardtschen Hauses am Altmarkt tödlich. Die mitverunglückten Feuerwehrleute sind ebenfalls hier beigesetzt.

Das ursprüngliche, mit Figuren von Bildhauer Brandt geschmückte Denkmal wurde im 2. Weltkrieg zerstört und durch einen Grabstein aus einfachem Sandstein (Obelisk) ersetzt.

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Henschel - Familiengrabstätte

Hauptfriedhof Abt. 6 Nr. 82 – 85
unter anderem:
Henschel, Carl Anton    geb. 23.04.1780 Kassel, gest. 19.05.1861 Kassel
brachte 1848 die erste Lokomotive der Firma Henschel auf die Schienen;
Kurhessischer Oberbergrat
Henschel, Georg Alexander    geb. 07.05.1810 Kösen, gest. 23.03.1860 Kassel
Maschinenfabrikant
Henschel, Carl Anton Oscar    geb. 19.06.1837 Kassel, gest. 18.11.1894 Kassel
Geheimer Kommerzienrat
Henschel, Sophie geb. Caesar    geb. 11.11.1841 Rothenhoff, gest. 05.02.1915 Kassel
übernimmt als erste Frau 1894 die Leitung des Betriebes, verantwortlich für zahlreiche soziale Einrichtungen, u.a. geht das Rote-Kreuz-Krankenhaus auf ihre Initiative zurück.
Henschel, Karl Anton Theodor Ferd.    geb. 03.10.1873 Kassel, gest. 11.12.1924 Kassel Dr. Ing.    Geheimer Kommerzienrat

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Herbold, Karl

geb.    19.06.1796 Kassel
gest.    02.08.1866 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 11 Nr. 170

Küfermeister und Likörfabrikant.
Als volkstümlicher politischer Agitator im radikalliberalen Sinn in den politischen Bewegungen von 1830 an bis zu seinem Tode tätig.

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Jordan, Sylvester

ges.    30.09.1792 Oms (Innsbruck)
gest.    15.04.1861 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 7 Nr. 38

1821 Professor in Marburg. 1830 Abgeordneter der Universität Marburg im Kurhessischen Landtag, an der Abfassung der Kurhessischen Verfassung vom 05.01.1831 maßgeblich beteiligt.
Nach politischer Haft von 1839-1845 im März 1845 wieder im Kurhessischen Landtag.
Mitglied des Heidelberger Vorparlamentes und der Nationalversammlung in Frankfurt.
Vertreter des Rotteck-Welckerschen Liberalismus.

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von Kästner, Julie

geb.    08.10.1852
gest.    14.02.1937 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 7 Nr. 327

Führerin der Kasseler Frauenbewegung. Pädagogin, besondere Verdienste um die Förderung der akademischen Fruenbildung.
Begründerin eines privaten Lyzeums, aus dem später die „Heinrich-Schütz-Schule“ hervorging.

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Kaupert, Gustav

geb.    04.04.1819 Kassel
gest.    05.12.1897 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 5 Nr. 301

Bildhauer, Schüler Werner Henschels und Schwanthalers.
Werke: Kolossalstatue der „Amerika“ für das Capitol in Washington, Löwendenkmal in der Aue (1874) für 1813 gefallene Hessen.
Neues Fundament im Herbst 2003.

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Kniest, Wilhelm

geb.    11.04.1863 (11.05.1863?) Hamburg
gest.    10.08.1951 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 44 Nr. 27

Obermeister und Ehrenobermeister der Schreinerinnung Kassel. Mitglied der Handwerkskammer, des Handwerkerbundes und anderer Handwerksorganisationen. Demokrat, Mitglied des Deutschen Reichstages 1920-1924, Mitglied des Preußischen Landtages bis 1924(?).
Ehrenbürger der Stadt Kassel 15.01.1951.

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Knipping, Elisabeth

geb.    26.09.1869 Rinteln
gest.    19.10.1951
Hauptfriedhof Abt. 6 Nr. 282

Direktorin der städtischen Haushaltungs- und Gewerbeschule.
1912 wurde sie Nachfolgerin der bedeutenden Schulleiterin Auguste Förster. Ihre Arbeit galt der Lehrerinnenbildung; starke Mitwirkung mit anderen Frauen aus der Frauenbewegung im Frauenbildungsverein, gehörte der Demokratischen Partei an und widmete sich dort besonders der Anerkennung weiblicher Berufsarbeit.
Ehrenbürger der Stadt Kassel 15.01.1951.

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Landau, Georg

geb.    26.10.1807 Kassel
gest.    15.02.1865
Hauptfriedhof Abt. 11 Nr. 186

Historiker und Staatsarchivar.
Erforschung der Hessischen und Kasseler Heimatgeschichte. Begründer der geschichtlichen Landeskunde.

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Laugs, Robert, Dr. h.c.

geb.    26.05.1875 Saarbrücken
beige.    13.01.1942
Wahlershausen Abt. 4 Nr. 34

Staatskapellmeister und Chordirigent, Organisator großer Musikfeste.

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Mangold, Carl, Dr. med

geb.    28.06.1796
gest.   13.03.1881 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 12 Nr. 2

Am 26.04.1823 wurde durch ihn der Kasseler Ärzteverein gegründet.

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Massie, Ludwig

geb.    20.02.1862 Mariendorf
gest.    16.02.1928 Kassel
Niederzwehren Abt. 9 Nr. 31

Lehrer in Niederzwehren, 1901 zum ersten Berufsbürgermeister von Niederzwehren gewählt. Blieb bis zur Eingemeindung 1925 (1936?) Bürgermeister.
Unter seiner tatkräftigen und weitsichtigen Führung entwickelte sich Niederzwehren vom ländlichen Ort zur aufstrebenden Industriegemeinde.

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Mohr, Ludwig

geb.    10.02.1833 Homberg
gest.    13.07.1900 Kassel
Wehlheiden Abt. 11 Nr. 6

Heimatschriftsteller, bekanntester Roman: „Rot-Weiß“ 1869.

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von Möller, Eduard

geb.    03.06.1814 Minden
gest.    30.11.1880 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 11 Nr. 263

Erster preußischer Oberpräsident in Kassel von 1867 – 1871. Dann Oberpräsident in Elsass-Lothringen von 1871 – 1879.
Ruhewohnsitz in Kassel, auf Einladung des Magistrats. Büste vor der Bildergalerie 1883. Das Grabmal auf dem Hauptfriedhof ist zum größten Teil zerstört.

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Mond, Meyer-Bär

geb.    1837 Kassel
gest.    11.12.1909 London-Amerika
Israelitischer Friedhof Abt. 6 Nr. 53

Vater von Ludwig Mond.
Wohltäter der Stadt Kassel, große Stiftungen zu wohltätigen Zwecken. Stiftung eines Tryptichons von Lucas Cranach für die Kasseler Galerie.

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von Müller, Johannes

geb.    03.01.1772 Schaffhausen
gest.    11.05.1809 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 3 Nr. 151

Denkmal ursprünglich auf dem Lutherplatz, jetzt auf dem Hauptfriedhof.

Verfasser der Geschichte der Schweiz, 1807 Kultusminister des Königreiches Westfalen. Seinerzeit als Historiker sehr bekannt. Sein Grabmal wurde von König Ludwig von Bayern gestiftet.

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Nagel, Paul

geb.    09.03.1872 Kassel
gest.    05.07.1951 Kassel
Wehlheiden, Abt. 5 Nr. 306 (128?)

1919 – 1933 und 1945 – 1949 ehrenamtlicher Beigeordneter, 1949 Stadtältester

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Nebelthau, Friedrich

geb.    22.01.1806 Kassel
gest.    31.07.1875 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 1 Nr. 48

Obergerichtsanwalt in Kassel. 1864 – 1875 Oberbürgermeister von Kassel, Mitglied der Kurhessischen Stände. Nach 1866 Mitglied des Preußischen Herrenhauses und des Reichstages. Nationalliberal.

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Nussbaum, Sara

geb. Rothschild
geb.    29.11.1868 Merxhausen
gest.    13.12.1956 Kassel
Israelitischer Friedhof Abt. 10 Nr. 64/65

Ehefrau von Rudolf Nussbaum, der in der Schäfergasse eine Tischlerei, Polsterei und Lackiererei betrieb und 30 Jahre Gemeindeältester der Israelitischen Gemeinde war. Sara Nussbaum war jahrzehntelang für die öffentliche Wohlfahrt tätig. Seit ihrer Jugend half sie als Krankenschwester. Sie unterstützte ihren Mann, der die Rote-Kreuz-Unfallstation in der Schäfergasse gegründet und 42 Jahre lang geleitet hat. Sie wirkte 33 Jahre als Gemeindeschwester im jüdischen Altersheim und im Waisenhaus.
1942 wurde sie in das KZ Theresienstadt gebracht. Dort half sie freiwillig im Typhuslager. 1944 in die Schweiz ausgeliefert, kehrte sie 1946 nach Kassel zurück.

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Preser, Karl

geb.    21.12.1829 Kassel
gest.    18.12.1910 Kassel
Hauptfriedhof Abt.1 Nr. 214

1862 Sekretär am Hoftheater und Redakteur der „Kasseler Zeitung“.
Heimatdichter: Gedichte und Dramen zur Heimatgeschichte, politischer Schriftsteller und Sozialpolitiker. Verfasser des Hessenliedes: „ Ich kenne ein Land so reich und so schön...“

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Salzmann, Heinrich

geb.  03.02.1851 in Spangenberg
gest. 03.11.1915 in Kassel

Bedeutender deutscher Unternehmer. 1891 errichtete er einen umfangreichen Neubau in Bettenhausen bei Kassel mit zunächst 60 Webstühlen. aber auch ausgedehnten Räumlichkeiten für Färberei, Appretur und Imprägnierung.
Mitbegründer des Unternehmens Salzmann & Comp. und Bauherr der Gartenstadt Salzmannshausen bei Kassel. 

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Sauter, Johann, Prof.

geb.    05.05.1877 in München
gest.    15.12.1961
Harleshausen Abt. 9 Nr. 151 (123?)

Professor der ehemaligen Kunstgewerbeschule und in den zwanziger Jahren als Stadtrat und Stadtbaurat tätig. Hat sich um das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk große Verdienste erworben.

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Scheidemann, Philipp

geb.    26.07.1865 Kassel
gest.    29.11.1939 Kopenhagen
Hauptfriedhof Abt. 11 a Nr. 337

Bis 1895 Setzer, Korrektor und Faktor, auch journalistisch tätig. 1895 Redaktion der „Mitteldeutschen Sonntagszeitung“ in Gießen bis 1900. Danach leitender Redakteur der Sozialdemokratischen Blätter in Nürnberg, Offenbach und Kassel. Sozialdemokratischer Politiker.
Stadtverordneter in Kassel bis 1911, Mitglied des Reichstages von 1903 an, dessen Vizepräsident 1912, Staatssekretär 1918, Reichskanzler und Preußischer Ministerpräsident 1919. Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 1920 – 1925.
Als politischer Flüchtling nach Kopenhagen emigriert 1934 und dort 1939 gestorben; eingeäschert. Beisetzung der Asche am 21.11.1954 in Kassel.

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Schnabrich, Michael

geb.    06.08.1880 Stadtsteinbach
gest.    09.10.1939 KZ Sachsenhausen
Hauptfriedhof Abt. 14 Nr. 376

Sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter.

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Schröder, Theodor, Dr. Dr.

geb.    08.03.1860 Kassel
gest.    02.10.1951 Helmarshausen
Hauptfriedhof Abt. 11 Nr. 2

Präsident der Landesversicherungsanstalt. 1918 – 1924 ehrenamtlicher Syndikus der Stadt Kassel. Abgeordneter der Stadt Kassel im Preußischen Landtag 1903-1918.
Gründer der Gemeinnützigen Baugenossenschaft der Stadt Kassel und anderer Verbände.
Ehrenbürger der Stadt Kassel 15.01.1951.

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Seidel, Willi

geb.    01.11.1885 Kassel
gest.    09.03.1976 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 15 Nr. 1329

Ehemaliger Oberbürgermeister von 1946 bis 1954, mit dessen Wirken das erste richtungsweisende Nachkriegskapitel Kasseler Stadt- und Wiederaufbaugeschichte untrennbar verbunden ist. Höhepunkt des ersten Aufbaujahrzehnts wurde die Bundesgartenschau 1955, von Oberbürgermeister Seidel angeregt und vorbereitet.

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Selbert, Elisabeth, Dr.

geb. Rohde
geb. 22.09.1896
gest. 09.06.1986
Niederzwehren Abt. 4 Nr. 38

Rechtsanwältin und Notarin.
Kommunal- und Landespolitikerin, die aktiv an der Hessischen Landesverfassung und am Grundgesetz mitgearbeitet hat, sie war maßgeblich daran beteiligt, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau in den Grundrechtekatalog der Verfassung aufgenommen wurde.“Mutter des Grundgesetzes“. Abgeordnete im Hessischen Landtag von 1946-1958. Kämpferin für die Gleichberechtigung.
Ehrenbürgerin der Stadt Kassel 1984

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Speck, Wilhelm, Dr.

geb.     ??
gest.    31.03.1925 Kassel

Wehlheiden Abt. 10 Nr. 92

Pfarrer und Schriftsteller.
Studierte Theologie und wurde Pfarrer am Zuchthaus hier in Wehlheiden. Schriftstellerisch tätig. Themen: „Der entlassene Strafgefangene“

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Louis Spohr:

geb.    05.04.1784 Braunschweig
gest.    22.10.1859 Kassel
Hauptfriedhof Mausoleum

Louis Spohr war ein berühmter Komponist, Violinenvirtuose und Dirigent von europäischem Rang. Ab 1822 Hofkapellmeister in Kassel, wo er über dreieinhalb Jahrzehnte bis zu seinem Tode lebte und wirkte. Während dieser Zeit führte er die Kasseler Oper zu großer Blüte und machte sie zu einem musikalischen Zentrum Deutschlands. In Kassel entstanden mehrere Opern, Oratorien, große Chorwerke und Sinfonien. Hervorzuheben sind weiter seine Lehrtätigkeit sowie auch sein großes soziales Engagement. Neben der höfischen Musikpflege entstand so eine eigenständige bürgerliche Musikkultur, die bis heute noch nachwirkt (Abonnementkonzerte, Bußtags- und Karfreitagskonzerte). Seine Konzertreisen durch Deutschland und nach England glichen Triumphzügen.

Zum 150. Todestag im Jahr 2009 gedachte die Stadt Kassel in Form eines Louis-Spohr-Jahres des großen Musikers.                                                           

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Stadler, Hans Herbert

geb.    30.04.1880 Mühlhausen/Elsaß
gest.    17.02.1943 Berlin
Kirchditmold Abt. 4 Nr. 56

Hans Herbert Stadler wurde am 30. April 1880 in Mühlhausen im Elsaß geboren. In Straßburg und Berlin studierte er Jura. Nach Tätigkeiten in verschiedenen Behörden kam Stadtler 1923 als Regierungsvizepräsident nach Kassel.
1925 wählte ihn die Kasseler Stadtverordnetenversammlung für 12 Jahre zum Oberbürgermeister. Im März 1933 wurde er von Nazis aus dem Amt gedrängt. In seiner Amtszeit verstand er es, ausgleichend auf die politischen Gegensätze zu wirken und konstruktive Kompromisse zu erreichen. Vor allem setzte er die unter seinem Vorgänger Scheidemann begonnene Siedlungs- und Baupolitik mit großem Erfolg fort. Die Philipps-Universität Marburg verlieh ihm 1927 die Würde eines Doktors der Staatswissenschaften ehrenhalber.
1933 bis 1943 wirkte Stadler als Verbandsvorsteher des Sparkassen- und Giroverbandes für Hessen-Nassau.
Er starb am 17.02.1943 in Berlin an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

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Treller, Franz

geb.    15.10.1839 (Kassel?)
gest.    28.06.1908
Wehlheiden Abt. 2 Nr. 88

Von 1884 – 1890 erster Haupt-Schrift-Leiter der Kasseler Allgemeinen Zeitung. Heimatschriftsteller, Bühnenfestspiele: Philipp der Großmütige, Gustav Adolf u.a., Jugendschriftsteller: „Vergessene Helden, „Verwehte Spuren“ u.a.,
Kasseler Mundart „Was ich mäh so gedacht honne“.
Sonntagsbetrachtung im Kasseler Stadtanzeiger, Schauspieler am Deutschen Theater Riga, Königliches Theater Kassel.

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Wimmer, Heinrich

geb.    12.05.1850 Wahlershausen
gest.    14.01.1922 Kassel
Wahlershausen Abt. 4 Nr. 2

Landwirtssohn, interessierte sich für Kommunalpolitik. 1892 zum Bürgermeister von dem damaligen Vorort Kassels, Wahlershausen, gewählt. Setzte sich tatkräftig für die Weiterentwicklung der Gemeinde ein und sorgte unter anderem für die Errichtung der Christuskirche auf gemeindeeigenem Grund. Später wurde noch ein Pfarrhaus errichtet. Seine letzte Amtshandlung als Bürgermeister war die Übergabe seiner Amtsgeschäfte an den Magistrat Kassel, denn am 01.04.1906 wurde Wahlershausen nach Kassel eingemeindet.

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Winkelblech, Karl Georg

geb.    15.04.1810 Ensheim bei Mainz
gest.    10.01.1865 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 10 Nr. 18

Bekannter Chemiker, 1839 Lehrer der Chemie an der Polytechnischen Schule in Kassel bis 1865.
Mitglied der Kurhessischen Stände 1848. Geistiger Führer der deutschen Handwerkerbewegung. Vorläufer der Katheder-Sozialisten. Gegner der liberalen Gewerbefreiheit. Mitglied des demokratisch-sozialen Vereins in Kassel 1848.
National-ökonomischer Schriftsteller, erster deutscher Sozialtheoretiker.

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Gerstäcker, Karl-Friedrich

geb.    15.11.1788 (1790?) Schmiedeberg
gest.    01.06.1825 Kassel
Lutherplatz

Seit 1821 am Kasseler Hoftheater, berühmter Tenor. Vater des bekannten Reiseschriftstellers.

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Grimm, Dorothea

geb. Zimmer
geb.    20.11.1755 Kassel
gest.    27.05.1808 Kassel
Lutherplatz

Mutter der bekannten Brüder Grimm.

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Friedrich Wilhelm I von Hessen

geb.    20.08.1802 Philippsruhe bei Hanau
gest.    06.01.1875 Prag
Lutherplatz; Denkmal mit gärtnerischer Anlage

Letzter Kurfürst von Hessen. Mitregent seines Vaters seit 30.09.1831, Kurfürst von Hessen seit 20.11.1847. Selbstständig bis 08.10.1866, dann von Preußen depossediert.

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Jussow, Heinrich Christoph

geb.    09.12.1754 Kassel
gest.     26.07.1825 Kassel
Lutherplatz

Baumeister: Schloss Wilhelmshöhe, Löwenburg, Fuldabrücke und andere Gebäude in Kassel, die im 2. Weltkrieg zerstört wurden.

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Schomburg, Karl

geb.    11.10.1791 Grebenstein
gest.    04.07.1841 Mikla (Nikla?)/Eisenach
Lutherplatz

Bürgermeister der Stadt Kassel seit 1822. Ab 01.01.1835 Oberbürgermeister. Liberaler Politiker gemäßigter Richtung. Langjähriger Präsident der Kurhessischen Ständeversammlung. Ener der populärsten Repräsentanten des liberalen Kurhessischen Bürgertums.
1835 Ehrenbürger der Stadt Kassel.

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Für die Pflege und Unterhaltung der Gräber auf dem Lutherplatz ist die Friedhofsverwaltung nicht zuständig!

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Braun da Montenegro, Otto Philipp

General-Feldmarschall a.D. zu Peru-Bolivien
geb.    13.12.1798 Kassel
gest.    24.07.1869 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 9 Nr. 54

Studierte in Hannover und Göttingen Tierarztkunde.
Wurde nicht bei den Hannoveraner Husaren angenommen und ging daraufhin nach Amerika.
Trat 1820 in das Befreiungsheer Bolivars ein. 1823 landete er zur Befreiung Perus in Callao und baute nach preußischem Muster ein schlagkräftiges Heer auf. Zeichnete sich in den Kämpfen gegen die Spanier aus und erhielt einen Ehrensold von 10.000 spanischen Talern (Kupfermine). 1835-1839 kämpfte Braun siegreich gegen Argentinien und wurde zum Großmarschall von Montenegro ernannt (Berge).
Gründete deutsch Schule in La Paz.
1839 gegen Chile geschlagen, wurde Braun des Landes verwiesen; er wurde aber 1849 wieder in seine Rechte eingesetzt.
Er genießt in Südamerika große Achtung.
Zum 100 Todestag, am 24.07.1969, wurde eine Urne mit Erde von seinem Grab nach Bolivien mit militärischen Ehren überführt und dort symbolisch an der Seite des ehemaligen Präsidenten Santa Cruz beigesetzt.
Otto Braun soll ein Spross der Familie Braun/Melsungen sein.

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von Hartung, Georg

Leutnant a.D.
geb.    07.09.1839 Prenzlau
gest.    01.11.1891 Kassel

Hauptfriedhof Abt. 20 Nr. 53

Inhaber einer militärischen Vorbereitungsanstalt.

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von Heathcote, Anna

geb. von Oeynhausen
geb.    30.03.1847 Kassel
gest.    23.08.1916 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 8 Nr. 24

Bekannte Wohltäterin.
Besondere Pflege des lutherischen Waisenhauses; Herstellung des Inneren der alten lutherischen Kirche am Graben auf ihre Kosten.

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Nehls, Christian

geb.    29.09.1841 Schülp/Nortorf
gest.    05.09.1897 Wilhelmshöhe

In einfachen Verhältnissen aufgewachsen, wurde er Lehrer. Mathematische und technische Studien führten ihn nach Göttingen und 1861 auf die Technische Hochschule Hannover.
Wurde 1868 bei dem Ausbau des Santhorhafens angestellt und 1871 zum technischen Bürovorsteher für Strom- und Hafenbau in Hamburg gewählt.
1975(?) zum hamburgischen Wasserbauinspektor und 1875 zum hamburgischen Wasserbaudirektor ernannt.
Der geistige Erfinder des 1. Elbtunnels in Hamburg. Infolge einer TBC konnte er die Arbeiteten nicht mehr ausführen.
Urlaube in Italien brachten keine Besserung, auch Wilhelmshöher Luft brachte nicht den gewünschten Erfolg. Er starb hier und wurde in Kassel beerdigt.
Der Magistrat Hamburg setzte ihm ein Denkmal, das bis auf ein Bronzerelief seines Kopfes erhalten blieb. Dies wurde im März 1974 nach Hamburg geholt, wo es in der neuen Nehlsstraße, in der Hafengegend, angebracht wurde und zwar anlässlich der Einweihung des neuen Elbtunnels.

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Reinhold, Johannes

geb.    27.10.1898 Röhrda
gest.    18.02.1983 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 7 Nr. 353

Maler und Plastiker
Dozent der Volkshochschule
1910 mit Eltern aus Röhrda nach Kassel gekommen
Sommer 1917 kurz nach Beginn seiner künstlerischen Ausbildung an hiesiger Akademie, Einberufung ins Heer, wo er bis Kriegsende als Frontsoldat diente.
Nach Rückkehr in die Heimat, Wiederaufnahme der Studien an der Akademie.
Als Abschluß 1924 Studuenreise nach Italien.
1929-30 in Süditalien mit der Malerei von Landschaftsbildern verbracht
Bis 1935 freischaffender Maler in Kassel.
Dann die Wende in seinem Leben und fortan nur noch Bildhauer
1956 Erschaffung eines Mahl – und Ehrenmales für die Bombenopfergedenkstätte auf dem Kasseler Hauptfriedhof.

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Reuber, Kurt Dr.

geb.    ?  Kassel
gest.    20.01.1944 Russland
Hauptfriedhof Abt. 5 Nr. 163

Grabstätte der Familie liegt auf dem Hauptfriedhof, Abteilung 5, Nr. 342
(Pflege der Grabstätte durch Frau Mechthild Dettmar/Frau von Dekan i.R. Werner Dettmar)
Pfarrer, Arzt und Maler.
Geboren in der Heinrichstraße in der Nähe des Holländischen Platzes. Schüler der Goetheschule.
In der Auferstehungskirche getauft, konfirmiert und später auch getraut.
Half im 2. Weltkrieg vielen Menschen und machte ihnen mit seiner Kunst Mut.
Er wurde selbst im Krieg verwundet und gehörte zu einem der Wenigen, die die Einkesselung um Stalingrad überlebt haben.
Die sog. Stalingrader Madonna, die er im Krieg mit Kohle auf die Rückseite einer Landkarte zeichnete, hat vielen Trost und Kraft gegeben.
Dieses Bild gilt mittlerweile als das Bekannteste Werk des 2. Weltkrieges.
Das Original hängt in der Berliner Gedächtniskirche.
Kopien befinden sich in Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad und Coventry. Ebenso in Wichmannshausen (bei Eschwege). Dort war Kurt Reuber Pfarrer.
Durch die Initiative von Dr. Kurt Noell bekommt nun auch Kassel eine Kopie dieses bekannten Kunstwerks und daneben noch eine Kopie der später entstandenen Gefangenen-Madonna. Beide Exponate sollen in der Auferstehungskirche einen würdigen Platz finden.
Mit Erlaubnis der Kirche bildete er sich zum Arzt weiter, da er Menschen nicht nur seelsorgerisch sondern auch ärztlich helfen wollte.
Kurrt Reuber starb als guter Geist von Stalingrad  im  Gefangenenlager Jelabuga in Russland, durch schwere Krankheit.

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Schäfer, Elisabeth

geb.    30.05.1838
gest.    15.04.1921 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 12 Nr. 259/260

Errichtete zusammen mit ihrem Bruder Conrad Sch., Glasermeister (gest. 14.11.1891) die Stiftung Geschwister Schäfer zu Gunsten armer alleinstehender Kranker (für alleinstehende Kinder und Kranke?) und zur Unterhaltung der Schäferschen Grabstätte.

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Schäffer, August

geb.    02.05.1833 Rinteln
gest.    21.08.1908 Kassel
Hauptfriedhof Abt. 12 Nr. 200

Königlicher Baurat und Direktor.
War Mitarbeiter von Oskar und Sophie Henschel von 1852-1904. Nach dem Tod Oskar Henschels (1894) übernahm er die Leitung der Fabrik in Gemeinschaft mit Sophie Henschel.
Vom Vermächtnis Schäffers waren 2/3 der Zinsen für gemeinnützige und wohltätige Zwecke bestimmt.1/3 zur Unterhaltung der Schäfferschen Grabstätte.

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Schmidt, Wilhelm

bekannt unter dem Namen „Heißdampfschmidt“
geb. ?
gest.    16.02.1924 Bethel
Friedhof Wahlershausen Abt. 11 Nr. 17

Als Sohn einfacher Landleute geboren. Er lernet das Schlosserhandwerk. Was er darüber hinaus konnte und wusste, hatte er sich selbst angeeignet.
Er machte die Arbeitsweise der Dampfmaschine wesentlich rentabler. Davon profitierten noch heute Industrien auf der ganzen Welt, die mit Dampfkraft zu tun haben.
Prof. Lewicki in Dresden förderte die technische Ausbildung.
Er starb als Baurat und Dr. Ing. e.h.

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Wittrock, Karl-Johann-Heinrich

geb. 02. März 1894 in Kassel
gest. 18. Februar 1990 in Wiesbaden
Hauptfriedhof Abt. 15 Nr. 1253

Architekt und Ministerialdirektor a. D.

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Mayr, Maximilian

Oberregierungsrat
geb. 03. Januar 1896 in Kottern, Krs. Kempten (Allgäu)
gest. 14. September 1985 in Kassel
Hauptfriedhof Urnenfriedhof Abt. U4 Nr. 450a

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Henkel, Gustav

Fabrikant
geb. 22. Juni 1856 in Hemeln, Krs. Hann. Münden
gest. 29. Dezember 1941 in Kassel
Friedhof Wahlershausen Abt. 4 Nr. 8

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Kersten, Kurt

Schriftsteller und Historiker
geb. 19. April 1891 in Kassel-Wehlheiden
gest. 18. Mai 1962 in New York
Friedhof Wehlheiden Abt. 5 Nr. 15

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Rexeroth, Georg

Mitgründer der Raiffeisen-Genossenschaften
geb. 20. März 1851in Röhrda (Werratal)
gest. 09. Oktober 1928 in Kassel
Friedhof Wehlheiden Abt. 6 Nr. 16

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Schelenz,


geb. 1848
gest. 28. September 1922 in Kassel
Friedhof Wehlheiden Abt. 12 Nr. 201

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Für die Pflege und Unterhaltung der Ehrengräber auf den Kasseler Friedhöfen kommt die Friedhofsverwaltung auf, obwohl es dazu 
keine rechtliche Grundlage gibt.

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